Rezension:Thomas Hobbes, Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines bürgerlichen und kirchlichen Staates. Hg. von Wolfgang Kersting (Klassiker auslegen Bd. X) 335 S., Akademie Verlag, Berlin 1996

Geismann, Georg (1997) Rezension:Thomas Hobbes, Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines bürgerlichen und kirchlichen Staates. Hg. von Wolfgang Kersting (Klassiker auslegen Bd. X) 335 S., Akademie Verlag, Berlin 1996. Philosophischer Literaturanzeiger, 50. pp. 344-352.

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Abstract

Es handelt sich keineswegs, wie der Titel des Buches suggeriert, um den Text des Leviathan, durch Kersting herausgegeben und vielleicht mit einem soliden Apparat oder gar einer guten Einleitung versehen. Vielmehr ist es pure Sekundärliteratur, sogenannte "Auslegung". Auch darf man sich unter "kooperativem Kommentar" (so der Klappentext) weder etwas vorstellen, mit dessen Hilfe man den Hobbesschen Text in fortlaufender Lektüre und im Einzelnen besser studieren und verstehen könnte; noch meinen, hier habe eine Art von PhilosophenKollektiv eine Auslegung des Textes wirklich gemeinsam erarbeitet. Das Buch, eine wohl eher dem Zufall zu verdankende lockere Sammlung von 13 Beiträgen, ist ersichtlich ohne systematische Orientierung an der Philosophie des Leviathan konzipiert, so daß auch die Summe der Beiträge keinen wirklich hilfreichen Einblick in den Zusammenhang von Hobbes' politischer Philosophie liefert. Auch ist es zweifelhaft, ob ein mit Hobbes nicht vertrauter Leser am Ende wissen wird, worin denn nun dessen überragende Größe liegt, die den Leviathan zum "Klassiker" macht. Daß Hobbes' politische Philosophie Naturrechtslehre und er selber mit ihr, besonders hinsichtlich der wahrhaft revolutionären Naturzustandstheorie, als Begründer der neuzeitlichen, im Prinzip auf das Moment der Freiheit gegründeten politischen Philosophie anzusehen ist, kommt gar nicht in den Blick. Entsprechend kann auch von einer Erörterung der Rolle, welche "Naturrecht" und "Naturgesetz" im Rahmen der Hobbesschen Staatslehre präzise spielen, keine Rede sein. Das Vorwort und die Einleitung von Kersting sind - Hobbes sei es geklagt - in einem ganz ungenießbaren Jargon geschrieben.

Item Type: Article
Uncontrolled Keywords: Hobbes, Leviathan, Kersting
Subjects: Philosophie > Geschichte der Philosophie > d) 17.Jahrhundert
Depositing User: Stefan Köstenbauer
Date Deposited: 25 Aug 2005
Last Modified: 01 Mar 2018 17:17
URI: http://sammelpunkt.philo.at/id/eprint/1067

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