Wechselbestimmung. Zum Verhältnis von Hölderlin, Schiller und Fichte in Jena

Waibel, Violetta L. (1997) Wechselbestimmung. Zum Verhältnis von Hölderlin, Schiller und Fichte in Jena. In: Fichte und die Romantik. Hölderlin, Schelling, Hegel und die späte Wissenschaftslehre. 200 Jahre Wissenschaftslehre - Die Philosophie Johann Gottlieb Fichtes. Rodopi, Amsterdam, pp. 43-69.

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Abstract

Fichtes "Auseinandersezung der Wechselbestimmung des Ich und Nichtich (nach s. Sprache) ist gewis merkwürdig" schreibt Hölderlin in einem Brief an Hegel vom 26. Januar 1795 (StA VI, 156). Man darf annehmen, daß Hölderlin von "merkwürdig" nicht im Sinne von "seltsam", sondern dem damaligen Sprachgebrauch entsprechend im Sinne von "bemerkenswert" spricht. Die Wechselbestimmung entwickelte Fichte bekanntlich zu Beginn des theoretischen Teils der Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre von 1794/95. Sie stellt das Ergebnis der Synthesis B dar und bestimmt in der Folge das methodologische Konzept des gesamten Paragraphen 4 grundlegend. Man kann davon ausgehen, daß Hölderlin diesen komplexen Paragraphen 4 zum Zeitpunkt der Niederschrift des Briefes schon genauer studiert hatte, denn im selben Brief spricht er von Fichtes "merkwürdige[m] Gedanken" "in Ansehung der Antinomien". Seine Meinung über dieses Theorem Fichtes wollte er ein anderes Mal mitteilen. Leider kennen wir einen solchen Brief nicht. Über die Antinomien äußert sich Fichte in der ganzen Grundlage nur einmal am Ende des Paragraphen 4, genauer, am Ende der Deduktion der Vorstellung. Wenn Hölderlin dazu eine Meinung mitzuteilen hatte, mußte er hierzu schon den ganzen Paragraphen 4 und die Deduktion der Vorstellung genauer studiert haben. So hatte er wohl auch schon eine dezidierte Meinung über Fichtes "merkwürdigen" Begriff der Wechselbestimmung. Dieser Begriff ist es auch, der Hölderlins späteres Denken nachhaltig bestimmen sollte.

Item Type: Book Section
Uncontrolled Keywords: Wechselbestimmung; Hölderlin; Schiller; Fichte; Zwilling; Sinclair; Jena
Subjects: Philosophie > Geschichte der Philosophie > e) 18.Jahrhundert
Philosophie > Philosophische Institutionen > Institut für Philosophie, Wien
Depositing User: Stefan Köstenbauer
Date Deposited: 18 Feb 2006
Last Modified: 02 Oct 2013 18:16
URI: http://sammelpunkt.philo.at/id/eprint/1166

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