Wissen: Brillanz durch Bilanz?

Hofbauer, Raimund (2008) Wissen: Brillanz durch Bilanz? Masters thesis, Universität Wien.

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Abstract

In vielen Unternehmen und Organisationen wurde in den letzten Jahren systematisches Wissensmanagement eingeführt. Zur Bewertung werden Verfahren wie die Wissensbilanz verwendet. Wissen soll damit messbar gemacht werden. Nicht erfassbares, unzureichend erfasstes und außergewöhnliches Wissen droht unterbewertet zu werden. In dieser Arbeit soll gezeigt werden, welche Aspekte von Wissen überhaupt messbar sind, wie sie gemessen werden und welche Auswirkungen Messungen, Bewertungen und darauf aufbauende Zielvorgaben haben bzw. haben können. Dazu werden Grenzen der Messbarkeit, der Zuverlässigkeit von Messergebnissen und deren Relevanz für die Förderung von exzellentem, brillantem Wissen aufgezeigt. Meine These ist, dass der Begriff Wissensbilanz Ausdruck einer Transformation der Gesellschaft ist, in der Wissen als Wirtschaftsgut betrachtet wird und in der das Streben nach Vermessung der Welt auf die Vermessung der Wissenschaft ausgedehnt wird. Der Neologismus Wissensbilanz als Strukturphänomen der so genannten Wissensgesellschaft ist Zeichen eines Paradigmenwechsels. Ein weiteres Anzeichen dieses gesellschaftlichen Wandels ist die Angleichung der Methoden zur Schaffung und Bewertung von Wissen in Wissenschaft und Wirtschaft und damit auch die Angleichung der Strukturen profitorientierter Unternehmen und öffentlich-rechtlicher Organisationen. Der Übernahme von Managementmethoden in Forschung und Lehre steht in der Managementlehre die Erkenntnis gegenüber, dass Führung neben Fach- und Managementkompetenz eine zutiefst philosophische Kompetenz erfordert. In den beiden ersten Abschnitten werden Definitionen und Standpunkte zu den für die gegenständliche Arbeit relevanten Begriffen aus der aktuellen philosophischen Literatur dem Verständnis in einzelnen Disziplinen, im Management und im Alltag gegenüber gestellt. In den beiden folgenden Abschnitten werden die Auswirkungen auf den Umgang mit dem Gut Wissen und die sich daraus ergebenden Spannungsfelder in traditionellen Wissensstätten betrachtet, insbesondere an österreichischen Universitäten, konkret an der Universität Wien. Eingehend beleuchtet wird die im Titel der Arbeit gestellte Frage in den folgenden beiden Abschnitten, nämlich inwieweit Verfahren wie die Wissensbilanz der Forderung bzw. Förderung von Wissensbrillanz entgegenstehen. Dazu werden die bisher bekannten Berichte der Universitäten mit Erfahrungen aus der Wirtschaft verglichen. Die Schlussfolgerungen enthalten eine zusammenfassende Erhärtung meiner These, eine Beantwortung der im Titel gestellten Frage, sowie eine sich daraus ergebende, die Dialektik von Wirtschaft und Wissenschaft "aufhebende" Vision einer Synergie von Philosophie und Leadership.

Item Type: Thesis (Masters)
Subjects: Philosophie > Seminararbeiten, Diplom, Dissertationen, Arbeitspapiere > Interdisziplinäre Arbeiten
Philosophie > Seminararbeiten, Diplom, Dissertationen, Arbeitspapiere > Politische Philosophie
Philosophie > Philosophische Disziplinen > Gesellschaftsphilosophie, politische Philosophie, Rechtsphilosophi
Depositing User: Sissi Kemp
Date Deposited: 18 May 2008 11:42
Last Modified: 08 Sep 2011 18:52
URI: http://sammelpunkt.philo.at/id/eprint/1739

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