Beiträge zu einer digitalen Ontologie

Capurro, Rafael (2000) Beiträge zu einer digitalen Ontologie. Digitale Ontologie Capurro.

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Abstract

Der Ursprung des heutigen digitalen Weltentwurfs liegt wohl in der abendländischen Metaphysik. Wir sollten zunächst bedenken, inwiefern die Kategorie des Signals zum Seienden selbst im metaphysischen Sinne gehört oder ob sie aus einem Handelnden (einem Göttlichen oder einem Menschlichen oder einem "bloß" Lebenden) zu verstehen ist. Mir scheint, dass die antike Philosophie eher den ersten Sinn betont, während der zweite seit der Neuzeit aufgrund der Trennung von Subjekt und Objekt vorherrschend wird. Das moderne Verstehen von 0 und 1 hat auch eine andere Bewandtnis im Rahmen einer Theorie der Signalübertragung als zum Beispiel im Rahmen einer kabbalistischen Überlegung über die Bedeutung dieser Zeichen. Letzteres würden wir dann eher als Symbol kennzeichnen. In der Neuzeit wird die Unterscheidung zwischen Signal und Symbol teilweise eingeebnet. Genau genommen werden aber keine Reihen von Nullen und Einsen gesendet, sondern elektromagnetische Strömungen, die wir dann als 1 und 0 interpretieren. Der Code 0/1 ist also unser Anteil am ontologischen Entwurf.

Item Type: Article
Uncontrolled Keywords: Ontologie, Medientheorie
Subjects: Philosophie > Philosophische Disziplinen > Medienphilosophie, Theorie der Virtualität, Cyberphilosophie
Philosophie > Philosophische Disziplinen > Ontologie
Depositing User: Sissi Kemp
Date Deposited: 12 Mar 2002
Last Modified: 08 Sep 2011 18:50
URI: http://sammelpunkt.philo.at/id/eprint/60

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