Logik der Abschreckung. Ein Anfang

Meggle, Georg (1997) Logik der Abschreckung. Ein Anfang. In: UNSPECIFIED UNSPECIFIED, pp. 404-423.

[img]
Preview
PDF
1997f.pdf

Download (101kB)

Abstract

Abschreckungsphänomene spielen im Leben aller auch nur einigermaßen entwickelten Arten von Lebewesen eine wichtige Rolle. So auch im Leben der Menschen. Strategien der Abschreckung gehören zu unserem Verhaltensrepertoire in den verschiedensten Lebensbereichen. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Erziehung. Sie beherrschen weite Gebiete der präventiven Komponente des Strafrechts. Sie sind der Stoff, der viele zwischenmenschliche Beziehungen und Bindungen definiert, zusammenhält und auch scheitern läßt. Wirtschaft und Politik scheinen ohne Rekurs auf jeweils angeblich wohlerwogene Abschreckungskalküle gar nicht funktionsfähig zu sein. Und wenn die wechselseitige nukleare Abschreckung der Supermächte nicht funktionieren würde, so stünde, wie es seit einigen Jahrzehnten da und dort heißt, gar das Überleben der Menschheit zur Disposition. Wohl dieses Glaubens wegen gilt Abschreckung spätestens seit der Zeit des Kalten Krieges für viele auch als das Mittel der Kriegsverhinderung schlechthin. Aus den Anfangszeiten des Kalten Krieges stammt auch das klassische Instrument zur Analyse von Abschreckungsszenarien: die mit metrischen Begriffen arbeitende mathematische Spieltheorie als einem speziellen Anwendungszweig der rationalen Entscheidungstheorie . Die Anwendungsmöglichkeiten dieses Produkts aus den Werkstätten vor allem der amerikanischen intellektuellen Rüstungsforschung sind zahlreich, unschätzbar wertvoll ­ und inzwischen auch in philosophischen Kreisen, vor allem in den analytisch-philosophischen, fast jedem bekannt. Ich möchte die Verdienste dieses Analyseinstrumentes inkeiner Weise schmälern. Es ist das beste, was wir haben, wenn wir uns bestimmte Situationen unter dem Mikroskop ansehen möchten. Aber nicht für alle Zwecke ist eine 100er oder eine noch stärkere Vergrößerung optimal. Manchmal ist eine 10 bis 20 fache schlicht besser. Wer sich grob orientieren will, dem hilft eine grobe Karte am ehesten. Und genau eine solche grobe Karte hat bei der ganzen Abschreckungs-Diskussion bislang gefehlt.

Item Type: Book Section
Subjects: Philosophie > Philosophische Disziplinen > Gesellschaftsphilosophie, politische Philosophie, Rechtsphilosophi
Philosophie > Philosophische Disziplinen > Logik, analytische Philosophie
Depositing User: Sissi Kemp
Date Deposited: 27 Mar 2004
Last Modified: 08 Sep 2011 18:51
URI: http://sammelpunkt.philo.at/id/eprint/822

Actions (login required)

View Item View Item

Downloads

Downloads per month over past year