Sammelpunkt. Elektronisch archivierte Theorie

Ernst Cassirer: Die Philosophie der symbolischen Formen

Groß, Stefan (1995) Ernst Cassirer: Die Philosophie der symbolischen Formen. Tabula Rasa. Jenenser Zeitschrift für kritisches Denken (7).

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Abstract

Das Programm Cassirers ist nicht ohne dessen tiefe Affinität zu Kants Kritizismus zu denken. So ist sein ganzes systematisch-philosophisches Schaffen als eine Konstruktion im Sinne einer spätidealistischen Kulturphilosophie zu verstehen. Jedoch ist seinem System eine Art Mittelstellung zwischen Neukantianismus und Phänomenologie eigen. Mit Husserl plädiert Cassirer für eine antipsychologische Logik der reinen Bedeutungsstrukturen. Die Psychologie ist nur dann von priorativer Bedeutsamkeit, wenn sie von zeitlich gebundenen, realen Denkabläufen abstrahiert. Für beide Denker sind Bewußtseinserlebnisse konstitutiv für das in ihnen erfaßte Seiende. "Jede Art Seiendes..., reales und ideelles wird verständlich als in der Leistung des Bewußtseins konstituierendes Gebilde der transzendentalen Subjektivität." (Husserl, Ideen I, 118.) Das Bewußtsein ist das konstitutive Element, der Ursprung alles Geistigen, das durch fortschreitende Reduktion in seiner Idealität bestimmt werden soll. Durch den Einfluß Cohens und dessen Arbeit "Kants Theorie der Erfahrung" lag Cassirer die philosophische Konzeption des Neukantianismus zugrunde. Im Gegensatz zu Kant und dessen transzendentaler Methode, setzt Cohen auf einen konsequenten logischen Idealismus. Der Gegenstand ist nicht allein ein Gegebenes, sondern ein durch das Subjekt Erzeugtes. Für Cohen ist nicht die Anschauung ein Garant für die wissenschaftliche Erkenntnis, sondern Erkenntnis ist immer gedankliches Produzieren des Subjekts. Gegenständliche Bestimmtheiten sind für Cohen also Setzung einer produktiven Subjektivität. Die Methode des Vorgehens ist die Logik.

Item Type:Article
Uncontrolled Keywords:Cassirer, Heidegger, Neukantianismus
Subjects:Philosophie > Philosophische Disziplinen > Medienphilosophie, Theorie der Virtualität, Cyberphilosophie
Philosophie > Philosophische Disziplinen > Methodenlehre, Systemtheorie
ID Code:139
Deposited By: Sissi Kemp
Deposited On:23 Mar 2002
Last Modified:08 Sep 2011 18:50

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