Schlußwort
Im Zuge dieser Arbeit wurde versucht, die Begriffe Internet und Mystik aus ihrer nebulosen Schwammigkeit zu lösen und eine Annäherung an diese Begriffe zu leisten. Dabei wurden verschiedenste Wege sich diesen Begriffen zu nähern dargestellt, um so ein möglichst breit gefächertes Bild der Begriffe zu erlangen.
Die Eigenart beider Begriffe sich jedem Definitionsversuch zu entziehen, stellte eine große Herausforderung dieser Arbeit dar.
Im Laufe der eineinhalb Jahre, in denen ich mich mit diesen Begriffen beschäftigt habe, hat sich die Methode der Begriffserarbeitung mehrmals geändert. Zu Beginn war mein Plan, mich an einige Leitfiguren zu halten und ihr Begriffsverständnis darzustellen. Im Zuge der Arbeit hat sich das als viel zu einseitig herausgestellt und so bin ich dazu übergegangen, die Begriffe in ihrer Eigenart als Phänomen zu sehen und verschiedene wissenschaftliche Ansätze zur Beherrschung dieses Phänomens darzustellen.
Im letzten Teil der Arbeit habe ich versucht, meine theoretischen Überlegungen praktisch werden zu lassen. Zu meinem eigenen Erstaunen war es mir nun möglich die mystische Qualität von Internetauftritten zu bewerten. Eine qualitative Untersuchung hätte den Rahmen der Arbeit aber bei weitem gesprengt, weswegen ich mich dazu entschloß, die Vorgangsweise einer solchen Untersuchung an drei Beispielen darzustellen.
Am Ende habe ich versucht einen eigenen kleinen Auftritt zu erstellen, wo die Ergebnisse der Arbeit versuchsweise umgesetzt werden.
Diese Arbeit hat mir gezeigt, daß das Internet ein Medium ist. Daher kann sich nichts "im Internet" abspielen, sondern das Internet kann etwas vermitteln, was sich "im Menschen" abspielt. Mystik zeigt sich im mystischen Erlebnis. Dieses Erlebnis ist durch Ort, Zeit und Gemeinschaft beeinflußt. Wenn es dem Internet gelingt, diese Parameter richtig zu transportieren, so kann das Internet mystische Erlebnisse initiieren.