Matthias Maring
Sex und Gender in Philosophie, Ethik und den Fachdiziplinen.
Theoretisch-begriffliche Grundlagen und praktische Folgen.
Kurzbeschreibung eines Projekts am Institut für Philosophie (Hans-Peter Schütt, Renate Dürr, Matthias Maring)
Kurzbeschreibung:
Im dem sowohl theoretisch als auch praktisch ausgerichteten Projekt sollen zunächst - im ersten Teilprojekt - "Sex" und "Gender" aus philosophischer Sicht als (Interpretations)Konstrukte analysiert werden. Sodann sollen erkenntniskritisch Fachwissenschaften auf geschlechtertypische Stereotype und Annahmen hin untersucht werden. Im zweiten Teilprojekt sollen Feministische Ethiktheorien miteinander und mit einer Ethik der konkreten Humanität verglichen werden; im Weiteren soll die feministischen These der Nicht-Werturteilsfreiheit der Wissenschaften an zahlreichen Beispielen analysiert werden. - Keineswegs als bloßes Nebenziel soll das Projekt zugleich Basis für eine langfristige überfakultative und interdisziplinäre Ansiedlung von Frauen- und Geschlechterforschung an der Universität Karlsruhe (TH) sein.
1. Themenstellung und Ziele des Projekts
Die Hoffnung, dassdaß durch die seit den sechziger Jahren auch in Deutschland - ausgehend von der Frauenbewegung - sich entwickelnde Geschlechterforschung ein tief greifendertiefgreifender BewusstseinswandelBewußtseinswandel eintritt, hat sich (noch) nicht erfüllt. Im Gegenteil: Die de jure schon längere Zeit festgeschriebene Gleichberechtigung von Mann und Frau und der durch politische Maßnahmen eingeleitete faktische "Gleichstellungsprozess", hat sicherlich zu gewissen Verbesserungen geführt. Faktisch zeigt sich aber, dass es alltäglich zu MissachtungenMißachtungen sozialer, kultureller und politischer Rechte von Frauen kommt. Schien mit dem Aufkommen der so genannten Frauenforschung das Idealziel einer Gleichheit von Mann und Frau in allen Lebensbereichen nähergerückt zu sein, so hat sich - nicht zuletzt auch durch bestimmte feministische Ansätze, welche die prinzipielle Andersheit der Frau nachweisen und begründen wollen - die reale Situation nur in geringem Ausmaß und nur in wenigen Bereichen in einem positiven Sinn geändert. Dies zeigt sich auch im Wissenschaftsbetrieb: So ist z.B. die Universität nicht nur ein Ort (personal-)politischer Praxis, die auf konstruierten Geschlechterrollen basiert, sie ist auch ein Ort, an dem seit je geschlechtsspezifische Begründungsmuster generiert werden und - zumeist unausgesprochen - die Grundlagen der einzelnen Wissenschaftsdisziplinen bilden. Es scheint daher viel versprechendvielversprechend, die Theoriebildung der einzelnen Disziplinen, Natur-, Technik-, Wirtschafts-, Geistes- und Sozialwissenschaften auf ihre geschlechtsspezifische Komponenten zu überprüfen - aus Sicht der Philosophie, die erkenntniskritisch gerade in Bezugin bezug auf die diskursive Herstellung von Geschlecht in der wissenschaftlichen Theoriebildung und Wissensvermittlung die Aufgabe einer "Wissenschaftswissenschaft" übernehmen kann.
Weitere Ziele des Projektes sind: Die bisherigen Theorien zu den Kategorien "Sex" und "Gender" auf der Basis des philosophischen Modells der Interpretationskonstrukte zu untersuchen und zu evaluieren; die Genderanteile in ausgewählten Wissenschaftlichen herauszustellen; typische Feministische Ethiktheorien miteinander und mit dem Ansatz einer Ethik der konkreten Humanität zu vergleichen; der feministischen These der Nicht-Werturteilsfreiheit und Nicht-Objektivität der Mainstream-Wissenschaften an zahlreichen Beispielen nachzugehen.
2.1 Stand der Forschung, Vorarbeiten: (erkenntnis-)theoretischer Teil
DassDaß mit der Frage nach der Gleichheit und/oder der Differenz von Mann und Frau, nach der Einheit des Menschenbegriffs und der Geschlechterpluralität unabweisbare Probleme mit weit reichendenweitreichenden praktischen Konsequenzen angesprochen sind, lässtläßt sich kaum bezweifeln. Doch wie lassen sich bei "Geschlechter"-Konflikten, die grundlegende Voraussetzungen und Bedingungen des Zusammenlebens betreffen, Antworten oder zumindest Entscheidungshilfen anbieten, und welche Rolle kann die Philosophie bei der Beantwortung dieser letztlich praktischen Fragen spielen?
Philosophie wird hier verstanden als diejenige systematische Disziplin, der die Aufgabe einer grundlagentheoretischen, erkenntniskritischen und ethischen Reflexion zukommt. Sie hat die Grundlagen des menschlichen Handelns ebenso zu reflektieren wie die Möglichkeiten von Wissen und Erkennen. Ein philosophisch ausgerichtetes Projekt ist aufgrund seines grundlagentheoretisch-kritischen Ansatzes geeignet, an der Aufdeckung und an der Behebung des für das Zusammenwirken von Männern und Frauen in vielen Bereichen fatalen Benachteiligung von Frauen entscheidend mitzuwirken. Denn ein philosophischer Ansatz kann klären, wann und warum, d.h. aufgrund welcher theoretischer Lehrinhalte und Argumentationsformen bestimmte allgemeine Normen für Menschen akzeptabel sind. Anders gesagt: Wann und warum logisch mögliche Verallgemeinerungen auch praktische Wirklichkeit werden können und sollen und wann und warum nicht. In diesem Sinne wird mit dem intendierten Projekt versucht, in philosophischer Hinsicht eine systematisch begründete und empirisch gestützte Antwort auf die zentrale Frage zu finden, ob universale oder lediglich partikulare (Vernunft)Konzepte für Menschen auszumachen sind. Es ist ja nicht auszuschließen, ja, nicht einmal unwahrscheinlich, dassdaß keine der uns bekannten traditionellen Philosophien, gleich, wo sie entwickelt wurden, im vollen Sinn des Wortes Männer und Frauen, Männliches und Weibliches als Exemplifikationen vollständigen "Menschentums" ansahen und ansehen. Vielmehr ist eher anzunehmen, dassdaß unter den Menschenbegriff im Allgemeinen nur ein Teil der Menschen - i.d.R. die Männer - fiel und fällt.
Folgenden Fragen soll im Verlauf dieses Teilprojekts nachgegangen werden:
- Welcher Menschenbegriff wird in den Philosophien, die unser Weltbild nachhaltig geprägt haben, formuliert?
- Welche Zwischenmenschlichkeitskonzepte werden formuliert?
- In welcher inhaltlichen und/oder formalen Hinsicht stimmen diese Konzepte überein, wo unterscheiden sie sich?
- Gibt es ein geschlechtsspezifisches Denken? Denken Menschen manchmal als Menschen und manchmal als Männer bzw. Frauen - je nach Problemstellung?
- Wie erfolgt Theorienbildung allgemein, wie in einzelnen Disziplinen?
2.1.1 Theoretische Vorüberlegungen - Genderforschung
Zwar wurde in der Philosophie immer schon "Geschlecht" thematisiert (angefangen von Platon und Aristoteles über Descartes, Kant und den Deutschen Idealismus bis in die Gegenwart), aber der Verdacht, dassdaß diese Thematisierung von Anfang an von einer starken Asymmetrie durchzogen ist, ist nicht von der Hand zu weisen: Denn vorwiegend wurde das Weibliche als eine Besonderheit gegenüber dem Allgemeinmenschlichen aufgefasstaufgefaßt. Und für dieses Allgemeinmenschliche steht in der Regel paradigmatisch der Mann.
Es lässtläßt sich in der Tat in vielen Fällen nachweisen, dassdaß bestimmte Konzepte, auch wenn sie scheinbar geschlechtsneutral formuliert sind, dennoch androzentrisch geprägt sind. In anderen Ansätzen wiederum wird explizit die Frau als "verkrüppeltes, unvollständiges Männchen" (Aristoteles) oder als bezüglich der geistig-moralischen Eigenschaften anders ausgestattetes Wesen (u.a. Kant) dargestellt. Auguste Comte, der große Positivist "wies wissenschaftlich nach", dassdaß die geistige Unterlegenheit der Frau ein nicht zu bezweifelndes Faktum sei, während der andere große Positivist, John Stuart Mill, immerhin sah, dassdaß "das Unrecht der systematischen Unterdrückung des weiblichen Geistes erst dann zu beseitigen ist, wenn die Emanzipation der Frauen mit einer Emanzipation der Männer Hand in Hand geht" (Mill, Die Hörigkeit der Frau, Berlin 1869, Kap III).
Es waren die zwei zentralen Gegenstände der (feministischen) Theoriendiskussion der letzten dreißig Jahre ob man 1) prinzipiell von einem Androzentrismus in jeglicher Theorienbildung ausgehen müsse (vgl. 2.1.3); und 2) wie sich die Kategorie "Geschlecht" in philosophischen Systemen rekonstruieren lasse. Im letzteren Punkt standen und stehen sich Vertreterinnen egalitätstheoretischer und differenztheoretischer Ansätze gegenüber (vgl. 2.2.1).
Seit den 60er Jahren hat sich auch in Deutschland eine differenzierte Geschlechterforschung entwickelt, die sich (seit längerem) auf die in den Sozialwissenschaften allgemein gebräuchliche Sex-Gender-Unterscheidung stützt. "Sex" wird dabei auf das biologische Substrat des Geschlechts bezogen, während "Gender" die kulturellen Überformungen bezeichnet. Damit schien das Paradox von gleichzeitiger Gleichheit und Differenz aufgelöst: Differenz gibt es nur im biologischen Sinne, während Gleichheit im sozio-kulturellen Bereich prinzipiell herstellbar ist. Gab und gibt es einerseits einen Konsens bezüglich der Sex-Gender-Unterscheidung, so wird nach wie vor andererseits kontrovers diskutiert, ob "Sex" das Primäre und "Gender" eine je kulturspezifische Überformung sei, oder ob "Sex" nicht doch nur ein - nicht durchschautes - Genderkonstrukt sei, weil Kategorisierungen und Begriffsbestimmungen, wissenschaftliche Methoden und Strukturierungen kulturelle Praktiken sind (verwiesen sei insbesondere auf die Arbeiten von Laqueur, Butler und Gildemeister/Wetterer).
2.1.2 Philosophie der Interpretationskonstrukte - Sex und Gender als Interpretationskonstrukte
In den siebziger Jahren entwickelte Hans Lenk aufgrund eines Rekonstruktionsversuches des kantischenKantischen Vernunftbegriffs und einer Analyse des Handlungsbegriffs die so genanntesogenannte Methode der Interpretationskonstrukte (vgl. z.B. Lenk 1993, Dürr 1997, Dürr/Maring 1996, Lenk/Maring 1993, 1995, 1998). Er wies nach, dassdaß es sich sowohl bei der Vernunft als auch bei der Handlung nicht um ontologisch identifizierbare Entitäten handle, sondern um Konstruktionen, um Deutungen. Dieser Ansatz wurde in den letzten Jahren von einem bescheidenen methodologischen Konzept zu einem allgemeinen erkenntnistheoretischen Modell erweitert. Wesentliches Kennzeichen des Ansatzes ist die Auffassung, dassdaß "alles was ist (Welt, Wirklichkeit und Sinn) nur als Interpretation erfassbar" ist. Dieser methodologische und transzendentale Interpretationismus soll den Rahmen für einen Rekonstruktionsversuch der Begriffe "Sex " und "Gender " bilden. Kennzeichnendes Merkmal des interpretationistischen Ansatzes ist das Entwerfen und Anwenden von Schemata, Modellen und Konstrukten, angefangen von den Deutungen, unter denen Sinnesorgane und Gehirn ihr "Material" konstituieren und quasi "verstehen", bis hin zum Verstehen hochkomplexer Theorien. Um Paradoxien und Widersprüche zu vermeiden, ist es nötig, eine Stufenordnung der Interpretativität einzuführen:
Stufe IS1: Produktive Urinterpretationen
IS2: (Muster-)Schematisierungen nichtsprachlicher Provenienz
IS3: Schematisierungen sprachlicher Art
IS4: bewusstbewußt geformte Einordnungsinterpretationen
IS5: erklärende, verstehende Rechtfertigungsinterpretationen
IS6: Metainterpretation der Interpretationskonstruktmethode
Die Interpretationen bzw. Schematisierungen der Stufen 1 und 2 sind praktisch unveränderlich, während die höher stufigenhöherstufigen Interpretationen, weil sozial bzw. kulturell genormt, eine jeweils höhere Variabilität aufweisen. Es ist zu zeigen, dass sowohl Sex wie auch Gender höher stufigehöherstufige Interpretationskonstrukte sind, die insbesondere auf der Ebene IS4 zu verorten sind, wobei freilich insbesondere "Sex", letztlich aber auch "Gender" in epistemologisch grundlegenderen Interpretationsschichten fundiert sind (vgl. z.B. Dürr 2000). Beide sind (auch insofern sie als IS3-Konstrukte "auftreten") sozial normiert und wesentlich in die Regelmuster der Verhaltensorientierung eingeordnet. Mit anderen Worten: Sie sind sozial fungierende Interpretationskonstrukte, die überindividuell normiert und kontrolliert werden. Ein wesentlicher Unterschied zwischen Sex und Gender lässtläßt sich daran festmachen, dass Sex als biologisches Phänomen gewissermaßen wahrnehmungsnäher konstituiert wird, während Genderkonstrukte bereits strukturierte Sexkonzeptionen voraussetzen, auf Grund derer dann, unter dem EinflussEinfluß von Wertungen und Interessen, Muster oder Schemata oder "Theorien" von Gender entstehen. Eingehender sind im Verlauf des Projekts die Beziehungen - logische bzw. empirische Abhängigkeit bzw. Unabhängigkeit - von Sex und Gender zu untersuchen.
Die These, die weiter ausgearbeitet werden muss, ist, dassdaß Geschlechterdifferenz, dassdaß sowohl Sex als auch Gender höher stufigehöherstufige Interpreationskonstrukte sind, die insbesondere auf den Interpretationsstufen IS3 und IS4 zu verorten sind, die freilich z.T. in biologisch und epistemologisch grundlegenderen Interpretationsschichten "fundiert" sind. Als IS3-Konstrukte sind sie sozial normiert und wesentlich in die Regelmuster der Verhaltensorientierung eingeordnet. Sie sind also sozial fungierende Interpretationskonstrukte, die überindividuell normiert und kontrolliert werden. Diese These ist durch die Aufarbeitung der einschlägigen Literatur kritisch zu prüfen, ihre Plausibilität ist empirisch zu prüfen, indem Theorienbildungsprozesse in den verschiedenen Wissenschaften betrachtet werden und indem die Inhalte bzw. Gehalte dieser Theorien gedeutet werden. Als praktische Konsequenzen für die Sex-Gender-Diskussion könnte sich ergeben: Ein systematisch begründetes und empirisch abgesichertes Plädoyer für prinzipielle Gleichheit im Allgemeinen und kultur- sowie zeitrelative Differenz(en) im Einzelnen, wobei jedoch immer wieder und immer aufs Neue zu berücksichtigen ist, dassdaß sowohl der Anspruch auf Allgemeinheit wie auch die Gültigkeit der Differenzthese sich von einer Metaebene der Reflexion aus als Zuschreibungen erweisen. Als Zuschreibungen und Strukturierungen, die der Mensch "beibringt", die aber dennoch nicht willkürlich bzw. rein konventionell sind. Zu erwarten sind Ergebnisse, die sowohl für die Diskurse in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Konsequenzen haben, als auch für das (alltägliche) Selbstbild und Selbstverständnis von Männern und Frauen (vgl. Dürr 1999).
2.1.3 Genderanteile in den Wissenschaften
Es ist also ein konstruktivisch-realistisches Modell der Geschlechterdifferenz zu entwickeln, das selbst jenseits von ideologischen androzentrischen oder feministischen Dogmen, aber auch jenseits eines rein sozialen Konstruktivismus verortet und verstehbar ist. Gender Studies sind eine wissenschaftliche Disziplin neben anderen und haben den Regeln und Standards der Wissenschaftlichkeit zu genügen. Wenn in diesem Teilbereich des Projekts verschiedene Weiblichkeits- und Männlichkeitskonstruktionen sowie deren Einfluss auf wissenschaftliche und Alltagsdiskurse untersucht werden sollen, dann geht es u.a. darum, ob und inwiefern diese mit einem Anspruch auf Allgemeingültigkeit, d.h. für alle Menschen, auftreten und ob dieser Anspruch gerechtfertigt ist (vgl. 2.2). Die philosophische Reflexion unseres Weltverständnisses seit dem Beginn der Neuzeit hat bewusstbewußt werden lassen, dassdaß das "Bild", das wir uns von der Welt machen, um uns in ihr orientieren zu könne, unser Bild ist und dies auch bleibt. Dennoch sind diese Weltbilder nicht "hoffnungslos" individuell und subjektiv. Gemeinsamkeiten sind die notwendige Voraussetzung, um über natürliche oder kulturelle Unterschiede zu sprechen, ja, um dieses überhaupt konstatieren zu können.
Ziel in diesem Teilbereich ist das Aufdecken geschlechtertypischer Stereotype und Annahmen in den Wissenschaften und die Frage, ob man prinzipiell von einem Androzentrismus in allen Theorienbildungen sprechen kann oder nur in einigen Teilbereichen und bei bestimmten Theorien. Es gilt also die Theoriebildung in ausgewählten Fachdisziplinen auf ihre geschlechtsspezifische Komponenten zu überprüfen - aus Sicht einer Philosophie, die erkenntniskritisch und grundlagenkritsch vorgeht. Des weiteren: In welchen Teilen einer wissenschaftlichen Theorienbildung spielen Genderaspekte eine Rolle und wie ist das zu beurteilen? Inwiefern gehen diese auf das Geschlecht bezogene Vorannahmen und Vorurteile - stillschweigend bzw. unreflektiert oder offen - insbesondere in biologische, psychologische, ökonomische, aber auch in technische und naturwissenschaftliche Theorien - auf einer sehr basalen Ebene (?) - ein? Diese impliziten und oft sehr versteckten Annahmen transparent zu machen, gehört zu den Aufgaben einer zeitgemäßen Wissenschaftstheorie. Es wird hierzu die Arbeitshypothese formuliert, dass der Genderanteil von den "harten" Wissenschaften zu den "weichen" Wissenschaften hin zunimmt.
2.2 Stand der Forschung, Vorarbeiten: praktischer Teil
Im zweiten Teilprojekt sollen typische, ausgewählte Feministische Ethiktheorien miteinander und mit dem Ansatz einer Ethik der konkreten Humanität (Lenk z.B. 1998, Lenk/Maring 2000) verglichen werden. Im zweiten Schwerpunkt dieses Teilprojekts soll der feministischen These der Nicht-Werturteilsfreiheit und Nicht-Objektivität der Mainstream-Wissenschaften an zahlreichen Beispielen nachgegangen werden.
2.2.1 Vergleichende Untersuchung Feministischer Ethikansätze
Eine erste These, die verfolgt werden soll, lautet: Es gibt nicht die bzw. nur eine Feministische Ethik, sondern es gibt Feministische Ethik nur im Plural. Es gibt allerdings einen gemeinsamen - externen - Kern Feministischer Ethiken: Das Interesse an der "Befreiung", Gleichberechtigung usw. der Frau(en). Mit Kuhlmann (1995, 8ff.) lassen sich vier historische Phasen Feministischer Ethik bzw. einer Ethik der Geschlechterdifferenz seit den 70er Jahren unterscheiden: 1. Forderung nach Gleichheit bzw. Gleichberechtigung. 2. "Gleichheit ohne Angleichung" und Anerkennung der Differenz, Überlegenheit der weiblichen Moral gegenüber der männlichen "abstrakten Gerechtigkeitsmoral". 3. Anerkennung der Gleichheit und auch der Differenz von Frauen selbst. 4. Breite Rezeption von Judith Butler und deren Unterscheidung von "Sex" als biologischem Geschlecht und "Gender" als sozialem Geschlecht - auch erstere sei eine - so Butler - "zwar historisch in einer bestimmten Weise formierte, aber prinzipiell kontingente Konstruktion" (ebd. 10). Die vier unterschiedenen Phasen seien nicht als Ablösung, sondern als Erweiterung zu verstehen (ebd. 11).
Zur deutsch-sprachigen Situation fasst Pauer-Studer (1993, 35) zusammen: Feministische Ethik sei "wohl ein neuer Denkansatz", aber "keine neue ethische Theorie"; kennzeichnend sei vielmehr ein "bestimmte[r] Blickwinkel", nämlich "die Perspektive der Geschlechterdifferenz auf moralphilosophische Fragen [...] anzuwenden" - sowohl auf theoretische als auch praktische. Es gehe "also eine Transformation der gängigen Moralansätze hin zu einer umfassenderen, auch Fraueninteressen und Frauenperspektiven einbeziehenden Theorie" (ebd.). Feministische Ethik könnte man auch als einen perspektivischen Ethikansatz kennzeichnen, der von den Benachteiligten in der Gesellschaft ausgeht, der "Gegenstandsbereich" sei "koextensiv mit dem der Moralphilosophie" (Pauer-Studer 1993, 40) Feministische Ethik ist vor allem noch keine ausgearbeitete - einheitliche - Theorie, eher Programm und programmatisch in bestimmten Bereichen der Moralphilosophie, z.B. bei der kritischen Prüfung von Moralphilosophien im Lichte konkreter Erfahrungen von Frauen (vgl. ebd.).
Für uns besonders interessant und wichtig ist der Ansatz Benhabibs (vgl. Benhabib 1996). Nach Benhabib ist der 'verallgemeinerte Andere' kennzeichnend für - männliche - Auffassungen in Philosophie und Ethik; er ist das autonome, rationale, rigide Individuum, das reine und abstrakte Vernunftwesen, das "[v]ertragliche und gesetzliche Regelungen" zum Überleben braucht und über keinerlei "'Individualität und konkrete [...] Identität'" verfügt (Pieper 1998, 74f.). So notwendig er "für die moralische Reflexion" auch sei, dürfe er doch nicht "verabsolutiert" werden, denn dies würde zu "inhumane[n] Konsequenzen" führen (ebd. 75). Das 'konkrete Andere' hingegen ist "'jedes einzelne rationale Wesen als ein Individuum mit einer konkreten Geschichte, Identität und affektiv-emotionalen Verfassung'" (ebd. 76). Die - mögliche - Andersheit und Unterschiedlichkeit sind Bestandteil "zwischenmenschlicher Beziehungen" (ebd.). Moralisch einschlägig seien die "'Kategorien [...] der Verantwortung, der Bindung und des Teilens [und] die Gefühle [...] Liebe, Fürsorge, Sympathie und Solidarität'" (ebd. 76f.). Autonomie müsse "'beziehungsorientiert'" vestanden werden: Ein "'interaktiver Universalismus'" anerkenne "'die Würde des verallgemeinerten Anderen durch die Anerkennung der moralischen Identität des konkreten Anderen'" (ebd. 77). Eine solch Ethik - so Pieper (ebd. 79) - beachte, daß der einzelne "nicht nur allgemeine Rechte und Pflichten hat, sondern auch besondere Merkmale und Eigenschaften, die mich von ihm auf vielfältige Weise unterscheiden" - z.B. eben auch das Geschlecht. Autonomie werde "in den lebensweltlichen Kontexten nur über Wechselbeziehungen" zuerkannt (ebd.). Eine Ethik des konkreten Anderen sei "nicht eigentlich feministisch, sondern menschlich", da sie keinerlei "hierarchisierenden Standpunkt" - weder einen männlichen noch einen weiblichen - einnehme (ebd.). Im Anschluss an diese Überlegungen soll insbesondere geprüft werden, ob in diesem Ansatz und allgemein in den Feministischen Ethiken nicht große Parallelen zu Lenks konkreter Humanität zu finden sind. Kennzeichnend für letztere sind u.a.: Situationsadäquatheit, Anspruch auf Allgemeingültigkeit, Orientierung an einer wohlverstandenen Humanität, Mitmenschlichkeit, Toleranz und das Konzept der Mitverantwortung.
Ziele für diesen Projektteilbereich sind: Die Herausarbeitung von Gemeinsamkeiten, Unterschieden und spezifischer Ziele und Zielrichtungen Feministischer Ethiken. Große Gemeinsamkeiten zeigen sich - so eine erste These - insbesondere in der Ablehnung rigider allgemeiner Prinzipien. Kritisch lässt ich hierzu aber schon sagen: Man kann sehr wohl allgemeine Prinzipien befürworten, die prima facie gelten und die allerdings kontextsensitiv anzuwenden sind. Auch gilt es, die vielfache wechselseitige Ignoranz hinsichtlich der 'männlichen' und 'feministischen' Ethikansätze zu überwinden und in ein gemeinsames Bestreben der Weiterentwicklung und insbesondere des Praktisch-Werdens des Projekts der konkreten Humanität für Männer und Frauen in einer - scheinbar - global(isiert)en überzuführen. Denn es geht nicht um bzw. sollte nicht gehen um feministisch bzw. männliche Normen, Eigenschaften usw., sondern um Gerechtigkeit in humaner, sozialer, ökologischer usw. Hinsicht. (Chancen)Gleichheit usw. unter Respektierung faktischer Andersheit und die praktische Umsetzung sollte das Ziel sein. Dominanter (männlicher) Gesichtspunkte, Orientierungsmuster, Verhaltensweisen usw. sollten sichtbar gemacht werden. Als empirische These zur Diskussion um Feministische Ethiken und die zwei Moralen - Fürsorglichkeit und Gerechtigkeit (Gilligan) - wird die folgende vertreten: Es gibt - tendenziell - weibliche bzw. männliche Moralen, insbesondere als Rollenmoralen, Stereotype, Klischees usw., die aber auch vom jeweilig anderen Geschlecht verinnerlicht sein können. Vielfach wird aber der Unterschied zwischen unterschiedlichen Moralen als in Gesellschaften herrschende Moralauffassungen und einer Universalmoral als mit dem Anspruch auf Allgemeingültig vertretene Moralauffassung nicht (ausreichend) beachtet. Im übrigen lassen sich Fürsorglichkeit und Gerechtigkeit als einander ergänzende Aspekte einer Universalmoral auffassen.
2.2.2 Werturteilsfreiheit und Objektivität
Die Frage nach der Werturteilsfreiheit und Objektivität der Wissenschaft bzw. einzelner Wissenschaften ist insbesondere relevant auch wegen der Kritik der sog. androzentrischen Wissenschaft aus feministischer Sicht: So wird z.B. in einer bestimmte Richtung der Feministischen Philosophie die These vertreten, dass eine Trennung von wissenschaftsinternen und wissenschaftsexternen Werten nicht möglich sei und dass deshalb Wissenschaft nicht wertfrei sein könne (insbesondere Helen Longino 1996, 253f.). Longino begründet dies mit der Unterbestimmtheit von Theorien durch sie stützende Daten (in Ritsert 1996, 291 nach Quine), d.h. Daten reichten zur Begründung einer Theorie nie aus und Hintergrundannahmen würden diese Lücke ausfüllen. Als Beispiele nennt Longino gesellschaftliche Entwicklungen und die Entwicklung des Werkzeuggebrauchs (ebd. 353ff.). Die jeweiligen Hintergrundannahmen - "der Mann als Jäger und die Frau als Sammlerin" - seien entscheidend welche Geschichte mit je besonderer Gewichtung des Geschlechts zur Entstehung gesellschaftlicher Gruppen- und Organisationsformen, zur Herausbildung der männlich dominierten Technik usw. erzählt wird.
Wahrheit, wirtschaftliche Interessen, gesellschaftlich relevante - d.h. männlich bestimmte - Themen bzw. die Orientierung an der Befreiung der Frau lassen sich u.a. als grundlegende Orientierungen wissenschaftlicher Arbeit nennen. Oftmals diene aber die - wissenschaftsinterne Norm - Orientierung an der Wahrheit nur als Verschleierung anderer Interessen - so einige Feministinnen. Richtig an dieser Sicht ist, dass die Themenauswahl, teilweise auch die grundlegenden Annahmen einseitig sind bzw. sein können, und die Wertrelationalität immer zu beachten ist. Dennoch plädieren wir für werturteilsfreie Sozialwissenschaften - unter Beachtung der Wertrelationalität ihrer Aussagen - und für ein breiteres Themenspektrum, das Gender-Fragen, Umweltaspekte usw. umfasst, und allgemein einseitige Wertvorgaben vermeidet. Die Orientierung an der Emanzipation der Frau führt im übrigen nicht automatisch zu einer Nicht-Werturteilsfreiheit der Forschungen und Ergebnisse. Die berechtigte feministische Kritik an behavioristischen und szientistischen Ansätzen ist jedoch parallel zu anderen Kritiken an diesen Richtungen zu sehen, und insofern nichts prinzipiell Neues. Ein genereller - von feministischer Seite erhobener - Ideologievorwurf und die generelle Nicht-Werturteilsfreiheit der Sozialwissenschaften sind in dieser Pauschalität sicherlich nicht haltbar, aber es ist zu prüfen, ob diese nicht in bestimmten Fällen durchaus begründet sind.
Ein geradezu klassisches Beispiel für ein angeblich wertfreies, sozialwissenschaftliches Konzept ist das Bruttoinlandsprodukt. Es zeichnet sich allerdings durch die Nicht-Beachtung typischer (Haus-)Frauentätigkeit und durch einen nahezu kostenlosen Umweltverbrauch aus. So betont Pieper (1998, 33): "Frauen [...] fielen z.B. deshalb aus der Geschichte heraus, weil Hausarbeit, Kindererziehung und Krankenpflege nicht als Arbeit anerkannt waren [und sind]. Als Arbeit galt [und gilt] nur bezahlte Erwerbsarbeit".
Würde man einmal von einem Stundenlohn von nur 20 DM für solche Tätigkeiten ausgehen, so ergeben sich bei ca. 45 Mrd. geleisteten Stunden pro Jahr (1998: 37,5 Mio. Haushalte, 4 Stunden pro Tag an 300 Tagen, 1.200 Stunden pro Jahr) 900 Mrd. DM, die sicherlich nicht allein von Frauen, aber überwiegend von diesen erbracht werden - dies wären ca. 1/3 des Bruttoinlandsprodukts des Jahres 1998, das 3.186 Mrd. DM beträgt. Das altbekannte und triviale Beispiel der Heirat der selbstverständlich bezahlt die Hausarbeit verrichtenden Haushälterin, die das Bruttoinlandsprodukt vermindert, sei nur am Rande angemerkt.
Allgemein gilt bei solchen Konzepten und in solchen Zusammenhängen: Die Modellannahmen in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, aber auch in den Technikwissenschaften sind oftmals problematisch, müssten offengelegt und kritisch hinterfragt werden. So müssten z.B. das Bruttoinlandsprodukt die Hausarbeit und die magischen Vielecke der Ökonomie die Umwelt miteinbeziehen, um nicht realitätsfern zu bleiben. Und dies hätte Folgen für die deskriptive Untersuchung und für die entsprechende Politikberatung - auch wenn die Sozialwissenschaftler nur beschreibende "Wenn-dann-Aussagen" formulieren würden. Ein besonderes Problem stellt die einseitige Wertrelationalität bestimmter anwendungsorientierter Wissenschaften dar - z.B. auch der Technikwissenschaften, in denen die Funktionsfähigkeit und gegebenenfalls die Wirtschaftlichkeit von technischen Systemen dominieren, ohne dass dem eine Wertentscheidung, die sich gegebenenfalls begründen lassen kann, zugrunde liegt. Auch scheinbar empirische - wertfreie, wertneutrale - wissenschaftliche Idealtypen bzw. Etikettierungen der Gesellschaft haben allgemein strukturelle Implikationen und Folgen. So z.B.: Die bundesdeutsche Gesellschaft ist Wissens-, Informationsgesellschaft (Spinner u.a.), Risikogesellschaft (Beck) oder die Wirtschaft ist eine Soziale Marktwirtschaft usw. Folgen ergeben sich im Hinblick auf die weitere Beschreibung eben dieser 'Gebilde', v.a. aber hinsichtlich gesellschaftliche Problemlösungen wie der Arbeitslosigkeit und Ansätze schon zum Angehen dieser Probleme. Beschreibungen sind stets theorie- bzw. modellrelativ.
Werturteilsfreiheit ist nur - so die Arbeitshypothese - in Relation zu einem Aussagen- und Bezugssystem möglich. Wir können hier von einer Relationalität - Bezogenheit - der Werte sprechen. Man kann in bezug auf Aussagensysteme von innen bzw. von außen sprechen: Innerhalb ist dies dann wertrelational - d.h. werturteilsfrei relativ zum vorausgesetzten Konzept, Aussagensystem usw., außerhalb wertend. Die Forderung nach Werturteilsfreiheit selbst ist ein normatives - methodologisches - Postulat zur Generierung wahrheitsfähiger und objektiver, intersubjektiv überprüfbarer (Popper) Aussagen.
Normative Aussagen lassen sich nicht empirisch überprüfen; die empirische Überprüfbarkeit objektsprachlicher Aussagen würde durch den Einschluss von Wertaussagen in die Theorie selbst vermindert, unter Umständen ganz aufgehoben. Die Problemauswahl, die Begriffswahl, die Selektion von Theorien und die Einnahme von perspektivischen Ansätzen anhand methodologischer Regeln sind von normativen Standards, von der Wertbasis (Albert), abhängig. An einer Werturteilsfreiheit im engeren Sinne, an einer im Objektbereich werturteilsfreien Wissenschaft müsste jedoch auch jeder Vertreter einer gesellschaftskritischen sog. normativen Sozial- und Handlungswissenschaft interessiert sein, um die Möglichkeit, Effektivität und Überprüfbarkeit der Anwendung seiner Theorien überhaupt erhalten bzw. verbessern zu können, wobei die Unerlässlichkeit praktisch-philosophischer, explizit normativer Aussagen, für die Zielfestlegung, für die Etablierung von Standards für die Wissenschaft, aber auch für ihr von Normen und Regeln geleitetes methodisches Vorgehen nicht zu leugnen ist. Wertorientierung der Wissenschaft, insbesondere der anwendungsorientierten, ist nicht einfach mit der Verneinung jeglicher Werturteilsfreiheit im engeren Sinne gleichzusetzen. "Wertrelational" bzw. "wertbezogen" bedeutet nicht einfach "wertend". Wenn vielleicht auch die Trennung normativer und deskriptiver Komponenten in den nichtexakten anwendungsorientierten System-, Planungs-, Technik-, Handlungs- und Sozialwissenschaften nicht - vollständig - möglich ist, sollte diese doch als eine ideale Leitorientierung dienen. - Vielleicht sollte man auch von Wertbeladenheit bzw. Wertgeladenheit der Konzepte sprechen in Anlehnung an die Theoriegeladenheit von Aussagen (Popper, Hansen).
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